Es gab Zeiten, da bin ich mehrmals im Monat quer durch Deutschland gejettet. Von München nach Berlin, von München nach Hamburg, von München nach Düsseldorf. Ist cool, wenn man dann wieder mal an einem Morgen mitten in der Woche in ein vollgepacktes Pendler-Flugzeug steigt und mit den ganzen Geschäftsleuten nach Berlin fliegt. Klar, da wird dann auch das ein oder andere Foto für Instagram gemacht oder zumindest auf Snapchat berichtet, dass man um vier Uhr morgens aufstehen musste, um den Flieger um sechs nach Berlin zu schaffen. Wer noch cooler ist, der hat natürlich den richtigen Pappbecher parat und im Bild wunderbar platziert. Ja, habe ich auch schon gemacht.

 

WAS KOSTET DIE WELT?

Je öfter ich geflogen bin, und eigentlich mag ich fliegen sehr gerne, desto mehr Gedanken habe ich mir darüber gemacht. Muss ich wirklich für ein Event, das ein paar Stunden Zeit in Anspruch nimmt, nach Berlin fliegen? Auf ATMOSFAIR kann man sich den CO2 Verbrauch errechnen lassen, die man pro Flug in die Umwelt hinaus pustet.

So ergibt ein Flug von München nach Berlin 246 Kilogramm CO2 für Hin- und Rückflug. München Hamburg sind schon 310 Kilogramm CO2. München New York macht ganze 3865 Kilogramm. Ich selber bin noch nie für meinen Blog so weit für ein paar Tage geflogen, aber man sieht ja immer öfter Blogger zur Fashion Week nach New York jetten.
Zum Vergleich: die Bahnfahrt von München nach Berlin und zurück beträgt gerade mal 44 Kilogramm CO2-Austoß.
Das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen liegt übrigens bei 2300 Kilogramm. Allein mit einem Flug nach New York ist das Budget mehr als überschritten.

 

NIE WIEDER FLIEGEN?

In den letzten Monaten habe ich tatsächlich Anfragen für Events außerhalb von München allein aus diesem Grund abgesagt. Mir ist es nicht wert, für ein paar Stunden nach Berlin oder in eine andere hippe Großstadt zu fliegen, auf Kosten der Umwelt. Bei meinem letzten Berlin-Besuch habe ich sogar die Bahn genommen und damit eine 6-stündige Bahnreise (im Gegensatz zu einer 1-stündigen Flugreise) auf mich genommen, nur um ein bisschen Gutes zu tun.

Und jetzt denkt sich jeder: Hä? Die fliegt doch demnächst in Urlaub!
Jap, das werde ich. Das soll jetzt kein Appell dafür sein, nie wieder in ein Flugzeug zu steigen. Eher ein kleiner Denkanstoß, was eigentlich passiert, wenn wir in den Flieger steigen. Manche Dinge sind für uns mittlerweile so selbstverständlich, dass wir gar nicht mehr über die Folgen nachdenken (Thema Coffe-to-go-Becher).
Ich werde auch in Zukunft in einen Flieger steigen und am anderen Ende der Welt wieder aussteigen, aber es muss sich eben in Grenzen halten. Bei Blogger-Events werde ich mir mehrmals überlegen, ob es das wirklich wert ist und wenn ja, ob man nicht auch die Bahn nehmen kann.

Denk dran: während ein Flugzeug etwa 380 Gramm pro Kilometer CO2 ausstößt, braucht ein PKW pro Kilometer mit 150 Gramm weniger als die Hälfte und die Bahn sogar „nur“ 40 Gramm pro Kilometer.

Eine Bahnfahrt kann genau so schön sein wie eine Flugreise und man hat sogar mehr davon ;)