Seit meinem ersten Marathon vor fast drei Jahren, ist es fast schon ein Ritual, jedes Jahr die 42 Kilometer zu meistern. Nach meinem Debüt lief ich in Berlin und letztes Jahr in Köln.

Nach dem letzten Marathon war ich mir ziemlich sicher, dass ich dieses Jahr den Wiener Marathon laufen würde. Während ich meine Daten bei der Onlineanmeldung eingab, entschied ich mich, doch nur den Halben zu laufen. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass der Kölner Marathon zu viele Spuren hinterlassen hat oder ich den Gedanken ätzend fand, im Winter die 30 Kilometer Trainingsläufe zu absolvieren. Damals wusste ja noch keiner, dass der Winter so bescheiden ausfällt.

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Letzten Sonntag stand ich jedenfalls um kurz vor neun, glücklich mit meiner Entscheidung, im Startblock in Wien. Das Wetter schien mitzuspielen und hin und wieder sah man sogar blaue Flecken am Himmel. Nur der Wind hatte wohl etwas gegen die 40.000 Starter.

Wie vor jedem Lauf, egal ob 10, 20 oder 30 Kilometer, machte sich Aufregung breit. Dass wir den kleinen Hinweis überlesen hatten, Kleiderbeutel kann man nur bis 8:15 Uhr abgeben, brachte uns schon vor dem Start ins Schwitzen. Wahrscheinlich wussten die Veranstalter, dass es auch Menschen wie uns gibt und wir konnten unsere Kleider noch zehn Minuten vor Start problemlos abgeben. Ich war kurz davor, mich zu opfern und den Lauf sausen zu lassen, um die Kleiderbeutel zu schleppen. Außer einer vollen Blase kurz vor Start, hatten wir an diesem Tag keine weiteren Probleme.

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Ich glaube, der Start verzögerte sich etwas, wir standen eine gefühlte Ewigkeit im Startblock. Aus irgendeinem Grund standen wir im Letzten, obwohl neben uns eine große 4 prangte. Als wir jedenfalls endlich über die Startlinie liefen, konnte ich auf der großen Leinwand erkennen, dass die Elite bereits 34 Minuten lief und ich schätzte, dass sie mindestens Kilometer 12 erreicht hatten.

Ich lief gemütlich und ohne jeglichen Druck. Eine Strategie, die sich bereits bei den letzten Läufen bewährt hat. Ich schien, im Gegensatz zu manch anderen, Spaß zu haben. Die Strecke war fast komplett beschallt. Das gefiel mir. Bei jedem Lautsprecher, der mit Generator am Streckenrand stand, tanzte ich zum Lied. Ja, aus irgendeinem Grund machen mir diese offiziellen Läufe einfach Spaß. Ist es die Gemeinsamkeit mit allen anderen Läufern auf der Strecke? Die Möglichkeit, überhaupt laufen zu können? Freunde zu haben, die die gleiche Passion haben? Oder einfach das Gefühl des laufens?

Ganz egal! Die Zeit verging wie im Flug. Die letzten Kilometer gab ich nochmal Gas. Als würde mich etwas von hinten anschieben. Die Strecke über die Maria Hilfer Straße, die zum Schluss bergab ging, half definitiv. Besonders die letzten Kilometer genieße ich bei solchen Läufen. Die Zuschauer werden wieder mehr, die Reststrecke ist absehbar und das Freibier im Ziel ist zum Greifen nah!

Nach dem Köln Marathon war dieser Halbmarathon im wunderschönen Wien ein wirklich entspannter und gemütlicher Lauf. Ein bisschen habe ich schon daran gedacht, wie es wäre, den Marathon zu laufen.

Aber wer weiß, das Jahr ist noch jung, vielleicht gibt es dieses Jahr ja doch noch einen „Vollen“!